Der wurzelbehandelte Zahn

 

Artikel von Dr. med. dent. Peter Schmid

Die Zahnmedizin ist die einzige medizinische Disziplin, für die es annehmbar erscheint totes und infiziertes Gewebe im Körper zu belassen. Im verständlichen Bestreben, möglichst viele Zähne kaufähig zu erhalten, hat man nach Möglichkeiten gesucht diese an sich verlorene Zähne zu konservieren. Durch Ausräumung , Desinfektion und Füllung der Wurzelkanäle glaubte man, sie ohne Gefahr für den Patienten erhalten zu können. Diese Annahme ging von der Voraussetzung aus, dass die Pulpenhöhle nur an der Wurzelspitze geöffnet sei, dass man diese steril füllen und vollkommen dicht gegen den Organismus abschliessen könne.

In einem Zahn gibt es aber pro Quadratmillimeter zwischen 30,000 und 75,000 Dentinkanälchen, die unbehandelt bleiben. Die Organismen, die im Zahn bleiben sind polymorph, d.h. sie können ihre Form verändern und sterben somit nicht ab nach Einbringen eines Wurzelfüllmittels. Die Keime werden auch nicht am Verlassen des Zahnes gehindert durch das Wurzelfüllmaterial Auch die von Bakterien gebildeten Toxine können die Wurzelhaut problemlos passieren. Wenn Radio Jod (131) in den mit Amalgam abgedichteten Wurzelkanal eingebracht wird, kann es 20 Std. später in der Schilddrüse nachgewiesen werden. Das beweist eindeutig, dass auch im wurzelbehandelten Zahn ein ungehinderter Stoffaustausch vor sich gehen kann.

Das Eiweiss, das in den Dentinkanälchen bleibt ist in der Regel infiziert und durch die Desinfektions- und Füllstoffe denaturiert, wobei toxische Abbauprodukte gebildet werden. Die Dentinkanälchen weisen eine reiche Bakterienbesiedlung auf. Die von diesen Mikroben erzeugten Fäulnisgifte können wegen der Wurzelfüllung nicht mehr in die Mundhöhle abgeleitet und vernichtet werden sondern gelangen durch die Querverbindungen und den Kapillaren der Wurzelhaut mit den Kanälchensystemen des Kieferknochens und damit mit dem Gesamtorganismus in Verbindung.

Der wurzeltote Zahn nimmt Entzündungsvorgänge nicht mehr wahr, auch dann nicht, wenn die Eiterung bereits in den umgebenden Knochen eingebrochen ist. Der Warnschmerz ist dem avitalen Zahn verlorengegangen.

Was ist ein Herd?

Ein Herd ist eine abwegige örtliche Veränderung im Körper, die über ihre nächste Umgebung hinaus Fernwirkungen auszulösen vermag und sich daher mit der lokalen und allgemeinen Abwehr in ständiger aktiver Auseinandersetzung befindet.

Erkrankungen, die von einem Herd ausgehen, also beispielsweise von einem Zahn oder Mandelherd, werden als Herderkrankungen bezeichnet. Die Fernwirkung eines Herdes kann eine örtlich umschriebene bleiben, sich also z. B. auf ein einzelnes Gelenk beschränken. Sie kann aber auch in Form einer Allgemeinerkrankung den Organismus in seiner Gesamtheit in Mitleidenschaft ziehen.

Wann wird ein Zahnherd wirksam?

Das Ausmass der krankmachenden Fernwirkung eines Herdes hängt im allgemeinen davon ab, ob der Körper dem Herd mit ausreichend wirksamen Abwehrmassnahmen zu begegnen vermag. Solange das Herdgeschehen durch lokale Abwehrmassnahmen beherrscht werden kann, werden sich im Körper des Herdträgers noch keine herdbedingten Fernwirkungen ergeben und der Prozess wird durch eine bindegewebige Kapsel abgeschirmt, die man als Granulombeutel bezeichnet. Fernwirkungen werden sich aber bemerkbar machen, wenn die körpereigene Resistenz zusammengebrochen ist.

Aus dem Herdträger wird dann ein Herdkranker! Wenn ein Entzündungsprozess nicht mehr lokalisiert und abgekapselt werden kann, so beweist dies, dass der Organismus bereits weitgehend reakionsunfähig geworden ist.

Wie wirken sich die Zahnherde aus?

Es hat sich gezeigt, dass es vier Wege gibt, über die sich Zahnherde auf den Organismus auswirken und zur Entstehung von Zweitschäden beitragen können.

Die nervalen Endorgane im Herdbereich melden diesen Vorgang in die Zentren des Nervensystems. Durch depolarisierende Vorgänge in den betroffenen Nervenzellen kann es zu lokalisierten Fernwirkungen oder degenerativen Allgemeinstörungen kommen.

Die toxische Wirkung beruht auf der Bildung von sehr giftigen Substanzen im Zahn. Durch entzündlicher Einschmelzung und fauliger Zersetzung entstehen schwefelhaltige Toxine. Diese Toxine können vom Körper weder entgiftet, noch durch entzündliche Reaktionen abgebaut und ausgeschieden werden. Sie werden daher im Bindegewebe eingelagert. Die gefährlichsten unter den Pulpengiften sind die Thio-äther. Diese Stoffe machen die Atmungsfermente der Zellen unwirksam und entfalten dadurch eine Krebserzeugende Wirkung.

Die denaturierten Eigenproteine des Herdes, die mikrobiellen Fremdproteine deren Spaltprodukte und Reaktionsprodukte wirken als Antigene und können daher auch die Bildung von Immunkörper provozieren, wobei der Körper allergisch sensibilisiert wird.

Aus den Herden werden Bakterien in den Körper gestreut was die Bildung von Sekundärherden in anderen Organen zur Folge haben kann. Dazu gehören die Herde der Nasennebenhöhlen, der Gallenblase, des Blindarms, der Prostata sowie des Nierenbeckens und andere.

Wie entscheidet man in der Praxis über Extraktion oder Verbleib der abgestorbenen Zähne?

Es ist zu bedenken, dass der Zahnherd nur eine von vielen Belastungen darstellt, die unser Immunsystem zu verkraften hat. ( Umweltgifte, Nahrungsmittelzusätze, Elektrosmog, Stress, psychische Belastungen, etc.) Im wesentlichen müssen drei Dinge berücksichtigt werden:

1. Die lokale Situation im Kausystem

2. Der allgemeine Gesundheitszustand

3. Ihre Einstellung gegenüber der ganzheitlichen Zahnmedizin

Aus den vorangehenden Ausführungen geht hervor, dass eine Wurzelbehandlung oder das verbleiben eines abgestorbenen Zahnes im Mund klar abzulehnen ist. Die Aufgabe des Zahnarztes ist erst in zweiter Linie eine kosmetische. In erster Linie sollte sie eine vorbeugende und heilende sein. Falls jedoch die Extraktion zu einer empfindlichen Einbusse der Lebensqualität oder sogar zu psychischen Belastungen führen würde bei sonst intakter Gesundheit, müsste eventuell davon abgeraten werden. Es wäre jedoch in diesem Fall ratsam, die devitalen Zähne periodisch zu kontrollieren.

Bei folgenden Erkrankungen ist die Extraktion der devitalen Zähne unbedingt zu empfehlen:

Krebs, Multiple Sklerose, Bronchitis

Arthrosen und alle Formen von degenerativen Erkrankungen

Chronische, therapieresistente Entzündungen der Mandeln und Kieferhöhlen

Ausgeprägte Infektanfälligkeit und Energiemangelzustände

Meridianwirkung ( z.B. Nieren/Blasenentzündungen bei wurzelbehandeltem Frontzahn)

Radiologisch sichtbare Veränderungen im Knochen

Feinenergetisch nachgewiesene Störfeldwirkung

Ich rate ebenfalls sehr davon ab, devitale Zähne mit Kronen zu versehen, diese als Brückenpfeiler zu benutzen oder in eine grössere Arbeit zu integrieren.

Es ist wichtig, dass Sie sich entscheiden, ob Sie sich nach den Prinzipien der ganzheitlichen (Zahn-) Medizin behandeln lassen möchten. Ist einmal der Entschluss gefasst, lässt sich bestimmt eine Lösungsmöglichkeit finden, v.a. ist dann Gewähr, dass immer in der gleichen Richtung behandelt wird. Nur halb durchgeführte Sanierungen bringen erfahrungsgemäss schlechte Resultate .

In einem 25 (!) Jahre dauernden Versuchsprogramm in den USA unter der Leitung von Dr. Weston A. Price und unter Aufsicht der "American Dental Association" wurde an 5000 Versuchstieren belegt dass ein wurzelkanalgefüllter Zahn immer infiziert bleibt, egal wie gut er aussieht oder sich anfühlt.

Wie kam es dazu?

Dr. Price hat einer Patientin eine Wurzelkanalinfektion behandelt, die anschliessend eine schwere Arthritis an den Händen und Füssen entwickelte. Es war Ihm bewusst, dass Ärzte, um die Ursache einer Erkrankung zu finden, Bakterien isolieren, diese in Kulturen ziehen und sie anschliessend einem Versuchstier spritzen, um zu sehen, ob die Krankheit reproduziert werden kann. Er überredete also die Patientin den Zahn zu ziehen und desinfizierte ihn. Anschliessend machte er einen kleinen Knopflochschnitt in der Rückenhaut eines Kaninchens , legte den Zahn hinein und verschloss die Wunde mit ein paar Nähten. Nach 2 Tagen entwickelte das Kaninchen die gleichen arthritischen Symptome der Patientin und nach 10 Tagen starb es an der Infektion, die durch diesen Zahn entstand. Daraufhin dachte

Dr. Price an alle jene seiner Patienten, die an Herz , Nieren, Leber, Gelenkserkrankungen, Augenproblemen etc. etc. litten und überlegte, ob die wurzelbehandelten Zähne etwas damit zu tun haben könnten. Bei allen, die wurzelbehandelte Zähne hatten, schlug er vor , diese zu entfernen und implantierte diese anschliessend unter die Haut eines Tieres. In einem Grossteil der Fälle entwickelte das Tier das gleiche Krankheitsbild wie der Patient und starb kurze Zeit später an den Infektionen der Wurzelbehandelten Zähne. Zum Vergleich wurden 100 gesunde Zähne, die aus orthodontischen Gründen entfernt wurden und frei von Karies oder Zahnfleischerkrankungen waren ebenfalls verschiedenen Versuchstieren implantiert. Kein einziges dieser Tiere wurde krank.


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Information von Dr. med. dent. Peter Schmid; Schweiz