Kurzinformation:

Zahnärztliche Füllungstherapie

Allgemein erwartet man von einer Zahnfüllung, dass sie für den Patienten / die Patientin unschädlich, dauerhaft und preiswert ist und dazu noch gut aussieht. Dieses ideale Füllungsmaterial gibt es noch nicht. Es muss daher jeweils im Einzelfall geprüft werden, welches Material verwendet werden soll. Diese Schrift will dazu eine Entscheidungshilfe bieten.

Silberamalgam ist das am meisten verwendete Füllungsmaterial (- s. Merkblatt "Amalgamfüllungen"). Es besteht aus einer Mischung von Silber, Zinn, Zink und Kupfer, die mit Quecksilber angerührt, plastisch in den vorbereiteten Zahn eingebracht wird. Amalgamfüllungen halten zwar dem Kaudruck stand, sind jedoch unästhetisch und geben ständig Metallteile (besonders Quecksilber) an den Organismus ab. Dadurch kann es zu gesundheitlichen Schädigungen kommen. Sicherlich verursachen Amalgamfüllungen nicht bei jedem Menschen - aber häufiger als die offizielle Schulzahnmedizin eingesteht - gesundheitliche Beschwerden. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Toxikologie und Arbeitsmedizin machen deutlich, dass die Quecksilberbelastung aus Amalgamfüllungen durchaus Werte erreichen kann, die geeignet sind, z.B. den Symptomenkomplex des Mikromerkurialismus hervorzurufen, zu dem Schwächegefühl, Müdigkeit , Unruhe, nervöse Störungen, Appetitlosigkeit, Entzündungen der Schleimhäute, Kopfschmerzen, Metallgeschmack, Zungenbrennen, Neuralgien und Schwindel gehören.

Amalgamfüllungen sind preiswert herzustellen und werden daher von den Krankenkasse verlangt, da nach den Regeln der Versicherung eine Behandlung ausreichend, zweckmässig und wirtschaftlich sein muss, wobei besonders der letzte Punkt zu beachten ist.

Als Alternativen zum Amalgam bieten sich folgende Möglichkeiten an:

1. Zementfüllungen mit einer Haltbarkeit von ca. drei Jahren. Die Stein- und Mineralzemente sowie die modernen Glasionomerzemente haben zahnähnliche Färbung, geringe Schädlichkeit. Sie unterliegen jedoch einer starken Abnutzung und sind daher nur bei Kleinstfüllungen oder "Uebergangsfüllungen" angezeigt.

2. Kunststoff-Füllungen (Composites), werden durch Lichtpolymerisation gehärtet. Diese Füllungen sind insbesondere bei kleinen Defekten auch im Seitenzahnbereich als vollwertige Amalgam-Alternativen anzusehen. Ihre Herstellung ist jedoch sehr zeitintensiv und mit höheren Kosten verbunden. Wie alle künstlichen Materialien können auch diese Füllungen bei der chemischen Aushärtung Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Bei chronisch belasteten Patienten ist daher zuvor eine Testung auf Verträglichkeit zu empfehlen.

3. Kunststoff-Inlays sind Kunststoff-Füllungen, die im Labor nach einem Modell angefertigt und einem besonderen Härteverfahren unterzogen werden. Diese Inlays sind widerstandsfähiger als die im Munde angefertigten Kunststoff-Füllungen. Sie werden nach einem sogenannten "adhäsiven Befestigungsverfahren" mit Kunstharz eingeklebt. Intensive Materialprüfungen haben gezeigt, dass zwischen diesen Inlays und Amalgamfüllungen kein Unterschied bei der Abnutzung festzustellen ist.

4. Gussfüllungen sind Metallfüllungen. Sie werden nach einem Abdruck im zahntechnischen Labor modelliert und gegossen. So können die Zahnformen am naturgetreuesten nachgebildet werden. Nach der Einprobe im Mund werden sie mit Zement festgesetzt.

Gussfüllungen sind bei guter Pflege praktisch unbegrenzt haltbar, ihr Nachteil liegt im höheren Preis, der sich aus der aufwendigen Herstellung und den Material- und Laborkosten zusammensetzt. Gussfüllungen werden zweckmässigerweise aus hochkarätigen Goldlegierungen hergestellt (Goldgussfüllungen), sie können aber auch aus jeder anderen giessbaren Legierung gefertigt werden, wenn diese keine gesundheitlichen Belastungen hervorruft.

5. Keramik- und Glaskeramikfüllungen haben eine hohe Festigkeit und sind ästhetisch optimal. Sie haben sich bisher gut bewährt. Es fehlen jedoch Langzeiterfahrungen, da diese Methode noch nicht sehr lange praktiziert werden. Sie werden ebenfalls nach einem Abdruck im zahntechnischen Labor angefertigt. Es gibt mittlerweile verschiedene Herstellungsverfahren, die alle sehr zeitaufwendig und dementsprechend teuer sind.

Auch Keramikfüllungen müssen nach dem sogenannten adhäsiven Befestigungsverfahren mit Kunststoffkleber eingesetzt werden. Dadurch erfolgt nicht nur eine gute Verbindung, sondern auch eine Stabilisierung des Zahnes. Nebenwirkungen dieses Klebers sind möglich.

Es gibt mittlerweile verschiedene Herstellungsverfahren und unterschiedliche Materialien.

Computergefräste Inlays können zwar in einer Sitzung angefertigt werden, haben jedoch nicht die Passgenauigkeit wie laborgefertigte Keramik-Inlays.

Gussfüllungen, Keramikfüllungen und laborgefertigte Kunststoff-Füllungen sind Einlagefüllungen. Zur Anfertigung von Einlagefüllungen sind mindestens zwei Sitzungen nötig (wegen der Laboranfertigung)

Zur Verträglichkeit: Es gibt keine allgemeine Verträglichkeit einer Legierung oder eines Materials. Es gibt jedoch gewisse Erfahrungeswerte. Danach in der Haltbarkeit bewährt sich Gussfüllungen aus hochkarätigen Edelmetall-Legierungen immer noch am besten. Jede Verträglichkeit oder Unverträglichkeit ist eine individuelle Besonderheit des Menschen.

Im Zweifelsfall muss das geeignete Material durch einen sogenannten Materialtest (z.B. durch Elektroakupunktur oder Kinesiologie) ausgewählt werden. Um unnötige Korrosionen zu verhindern, sollten Restaurationen falls möglich aus einer Legierung oder möglichst gleichwertigen Legierungen angefertigt werden. Zur Vermeidung von Spannungsdifferenzen sollten verschiedene Metalle (z.B. Amalgam und Gold) nicht gleichzeitig im Mund vorhanden sein.

Man sollte eine notwendige und der Gesundheit dienende Zahnsanierung nicht von eventuellen Krankenkassenzuschüssen abhängig machen. Im Gespräch mit dem Zahnarzt / der Zahnärztin kann sicher eine Vereinbarung über die mögliche Finanzierung getroffen werden.

Bei umfangreichen Sanierungen sollte man sich vom Zahnarzt / von der Zahnärztin eine Kostenschätzung erstellen lassen

Der Erfolg einer Zahnbehandlung ist nicht nur vom Zahnarzt / von der Zahnärztin sondern auch vom Verständnis und der Mitarbeit des Patienten / der Patientin abhängig.

Zur Erhaltung einer guten und dauerhaften Zahngesundheit sind erforderlich:

1. gesunde Ernährung

2. gründliche Zahnpflege

3- regelmässige zahnärztliche Betreuung


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